Kaufhaus "Stöbereckchen"

Der Kleiderschrank quillt über, viele Klamotten passen oder gefallen nicht mehr. Da wird es Zeit sich von einigen Stücken zu trennen. Doch nicht nur Pullover, Blusen, Röcke, Kleider, Shorts und Hosen, sondern auch Haushaltswaren, Deko-Artikel, Bücher, CDs und Gesellschaftsspiele nimmt das im Bassener Einkaufszentrum angesiedelte AWO-Sozialkaufhaus "Stöbereckchen" unentgeltlich entgegen.

Die Spenden werden gesichtet und preisgünstig an die Besucher des Secondhand-Ladens verkauft. Das Geschäft, das im Dezember 2011 erstmals seine Türen öffnete, richtet sich an Personen mit Hartz IV-Bescheid, mit Studentenausweis, mit Tafelausweis und mit Grundsicherungsbescheid. Sie bekommen eine AWO-Kundenkarte, auf die es 50 Prozent Rabatt gibt. 
Grundsätzlich hat das "Stöbereckchen" aber für alle geöffnet. Vorbild für das Projekt, das unter dem Motto "Gemeinsam statt einsam" steht, sind die AWO-Sozialkaufhäuser in Barrien und Bruchhausen-Vilsen. 
Während dort bereits einige sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit geschaffen werden konnten, ist in Bassen nur Kaufhausleiterin Erika Guse fest angestellt. Unterstützung erhält sie von rund 20 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.
Zu den Aufgaben des Teams gehört unter anderem die Sichtung der Ware. Die Gruppe muss entscheiden, was im Laden angeboten werden kann und was nicht. "Wir bekommen sehr viele tolle Sachen. Teilweise sind da die Preisschilder noch dran", schwärmt Dagmar Guse, die auch AWO-Kreisgeschäftsführerin ist. Im "Stöbereckchen" könne so mancher daher ein richtiges Schnäppchen machen.
Die Sachen, für die sich im Laden kein Abnehmer findet, die aber vom Zustand her in Ordnung sind, gehen an die Deutsch-Polnische Gesellschaft in Verden, die regelmäßig Hilfsgütertransporte nach Polen organisiert. Kleidung, die hingegen beschädigt oder schmutzig ist, kommt in Container, für deren Füllung die AWO Geld bekommt. "Die Einnahmen bleiben nicht bei uns, sondern fließen in die AWO-Beratungsstelle Horizonte", sagt Erika Guse. Dort wird sich um Kinder und Jugendliche, die sexuelle und körperliche Gewalt oder Vernachlässigung erlebt haben, beziehungsweise bei denen ein Verdacht vorliegt, gekümmert. Eine umfassende Betreuung erhalten auch die Kunden des Sozialkaufhauses. Die Mitarbeiterinnen stehen den Besuchern vom Betreten bis zum Verlassen des Ladens mit Rat und Tat zur Seite.
"Ein besonders schönes Erlebnis war, als ein junger Mann, der eine Autopanne hatte, triefnass bei uns hereinkam und wir ihm nicht nur mit unseren Pausenbroten wieder aufpäppelten, sondern für wenig Geld auch neu einkleiden konnten", schwelgt Dagmar Guse in Erinnerung. Der PKW-Halter sei den Frauen bis heute so dankbar, dass er regelmäßig bei ihnen vorbeischaue und immer etwas erstehe. "Viele besuchen uns mehrmals wöchentlich. Schließlich gibt es in unserem Sortiment täglich etwas Neues zu entdecken", sagt Erika Guse.
Im Monat kämen ungefähr 300 bis 400 Kunden aus dem ganzen Landkreis Verden und sogar aus Bremen in das "Stöbereckchen". Für die Zukunft wünschen wir uns, dass der Laden noch stärker frequentiert wird", sagt Dagmar Guse. Viele würden glauben, dass in dem Secondhand-Laden nur finanziell benachteiligte Menschen einkaufen dürften. Dem sei aber nicht so. Das Sozialkaufhaus hat für jedermann geöffnet.
Der Laden ist ein Treffpunkt für die ganze Familie und lädt zum Verweilen ein. Wer es nicht eilig hat, kann ein Kaffeekränzchen mit Freunden abhalten und dann gemütlich und entspannt mit seinen Einkäufen weiterziehen.

Textquelle: Anne Schmidtke im Achimer Kreisblatt (Oyten Extra) im März 2013

Es sind die AWO Vorsorge Ordner zum Preis von 20,00 EUR (hierbei kein Rabatt über Kundenkarte - Selbstkostenpreis) im Kaufhaus zu erwerben.

AWO Kaufhaus "Stöbereckchen"
Sonnenblumenweg 8
28876 Oyten - Bassen

Tel.:04207 / 66 979 14
Fax: 04207 / 66 979 15
eMail: kaufhaus@awo-kv-verden.de

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
von 10.00 - 18.00 Uhr


jeden 1. Samstag im Monat
von 10.00 - 13.00 Uhr